|
Freiherr Christoph von Rolshausen war Nachfolger seines gleichnamigen Vaters als
Amtmann des Herzogs von Jülich im Amte Monschau. Außerdem war er Lehnsträger
der Burg Bütgenbach, besaß den ehemaligen Königshof Konzen, der Herrlichkeit
Trimport (Dreiborn), die Herrlichkeit Türnich und das Haus Stauffenberg in
Hessen, dem Stammsitz der Familie.
Der Vater hatte sich große Verdienste erworben in jahrzehntelanger Arbeit im
Monschauer Land beim Wiederaufbau nach dem furchtbaren Jahr 1543.
Das Doppel- Wappen der beiden Familien Rolshausen und Palant mit der Jahreszahl
1597 befindet sich in der gusseisernen Takenplatte im Kamin des Hauses.
Durch Heirat und Erbgang der Töchter gelangte das Haus Rolshausen in die
herausragenden Familien von der Hardt, Bewer später teilweise geadelt, und
Stoltzen, in deren Besitz es fast 200 Jahre geblieben ist. Zuletzt war es auch
als "Haus Stoltzen" bekannt. Die Tochter Anna des Ehepaares Rolshausen
- Palant heiratete den Forstmeister des Monschauer Landes Adamuß Hatterdus von
der Hardt (Tod 13.1.1636) und deren Tochter Anna ehelichte den Ratsverwandten
Wilhelm Bewer zu Monschau.
Diese Eheleute schenkten dem ihren Haus gegenüberliegenden Platz für die 1649
erbaute Pfarrkirche. Zum Dank wurden die Eheleute 1670 resp. 1676 in der Kirche
beigesetzt. Im Monschauer Kirchenbuch wurde beim Todestag des Wilhelm Bewer am
4. Juli 1670 vermerkt: ... "sigularis
huius ecclesiae parochiane patronus, a quo et fundus provenit in
quo loco extructa..."(ein ganz besonderer Gönner dieser
Pfarrkirche, von welchem auch das Grundstück stammt, auf dem die Kirche
errichtet wurde).
Bei Renovierungsarbeiten wurde im September 1973 im linken vorderen Chorraum der
Kirche eine gewölbte Grabkammer entdeckt. Sie enthielten die sterblichen
Überreste des Ehepaares Bewer-von der Hardt.
Als am 2. Oktober 1710 die ersten 4 Ursulinenschwestern aus dem Dürener
Mutterhaus nach Monschau übersiedelten, gewährte Schultheiß Johann Bewer
ihnen in seinem Haus Unterkunft und einen Raum zur Einrichtung einer Kapelle.
1716, ein Jahr nach Baubeginn des Klosters in der Laufenstraße und zwei Jahre
vor seiner endgültigen Fertigstellung, war der Bau so weit gediehen, das die
Schwestern ihr provisorisches Heim verlassen konnten.
Maria Helene Bewer, Tochter des Enkels Johann des Wilhelm Bewer, ehelichte den
Johann Wilhelm Stoltzen, Forstmeisrter in Monschau und Burggraf in Heimbach. So
ging das Haus in den Besitz der Familie Stoltzen über, deren Nachkommen es fast
zwei Jahrhunderte besessen haben. Letzte Eigentümerin aus dieser Familie war
Ernestine Stolzen. Als Witwe des Arztes Dr. med. Johann Jakop Maria te Kamp in
Imgenbroich, der am 26. Februar 1892 mit 63 Jahren gestorben war, verkaufte sie
das Haus am 9. Dezember 1894 für 10.500 Mark an das Maria- Stift- Hospital in
Monschau. 1896 wurde es als "Josephshaus" eingeweiht und zuerst von
Zöglingen (Waisen) bezogen.
1969 kam das Haus Rolshausen wieder in Privatbesitz und wurde zu einem modernen
Hotel umgebaut.
Heute ist es im Besitzt von Christopher und Beata Gaska geb. Kwapp.
|